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Hast du dir das auch schon so manches Mal gedacht? Und dann das Projekt so gelassen, wie es war? Oder es nur an eine Wäscheleine gehängt?

Hier möchte ich dir demonstrieren, wie sehr das Spannen eines Strickstücks die Größe und vor allem auch die Optik erheblich verändert.

Dazu möchte ich dir dann auch meine Tipps zum optimalen Spannen mit an die Hand geben.

Das oben sichtbare Tuch ist „“Dolores Umbridge“ von Marion-Anett Sewing – gestrickt als Teststrick von mir.

Zunächst aber erst mal der Link zu meinem Youtube-Tutorial. Dort zeige ich dir an einem Beispiel ganz ausführlich den Prozess:

Nun lass uns loslegen, damit auch du bald ein toll gespanntes Projekt dein Eigen nennen kannst.

Welche Vorteile hat es? Hier meine 3 wichtigsten Aspekte:

  • Das Projekt gewinnt deutlich an Größe. Das unten gezeigte Tuch ist um 75% (!!!) in der Breite gewachsen. In die Tiefe ist es ebenfalls um etwa 80% gewachsen. Das bedeutet, dass es fast doppelt so groß wurde! Aus nur 400m Garn wurde damit ein riesiges Tuch!
  • Die Lochmuster kommen deutlich besser hervor. Während zuvor noch alles sich zusammen zog und das ganze tuch "schrumpelig" wirken ließ, entfaltet sich nun das Lochmuster in vollem Umfang. Jeder einzelne Umschlag, jedes zusammen stricken sehen so viel betonter aus.
  • Stricktechnische Probleme (wie der Übergang von glatt zu kraus, der sich immer einklappt)
    verschwinden wie von selbst. Das Tuch ist durch das Entspannungsbad und das Spannen nun so glatt, wie es nur sein kann.

Und hier nun meine kleine Anleitung für das perfekte Spannen:

1. Material:

  • Puzzlematten, alternativ auch flach liegende Isomatten, Spannmatten (gibt es von Knit Pro), oder eine Matratze mit Handtuch.
  • Stecknadeln oder T-Pins (Das sind robustere Stecknadeln, ebenfalls aus dem Hause Knit Pro.)
  • Waschbecken oder Schüssel bzw. Eimer.
  • Wollwaschmittel (Ich empfehle Eucalan. Das muss nicht ausgewaschen werden, und ist sowohl geruchslos als auch mit tollen Düften erhältlich).

2. Vorbereitung:

  • Die Fäden des Projekts werden NICHT vernäht. Durch das Spannen kann sich die Fadenspannung stellenweise ändern, weshalb ein vorheriges Vernähen eventuell Knubbel verursachen könnte oder aufgehen könnte.
  • Im Waschbecken wird nun etwa handwarmes Wasser (ca. 30°C) eingelassen und mit einem Schuss Wollwaschmittel (wenige Milliliter) versetzt. Das Wasser darf nicht zu warm sein, insbesondere nicht bei empfindlicher Wolle. Ich habe es gerne angenehm warm, damit meine Hände nicht abfrieren.
  • Das Strick- oder auch Häkelstück nun einweichen. Ich lasse es meist ca. 30 Minuten baden.
    Dadurch entspannt sich das Garn. Wer kratzige Wolle nutzt, kann dieses Bad auch über Nacht verlängern, da die Wolle durch das Lanolin meist weicher wird.
  • Anschließend das Wasser ablassen und ausdrücken. Hier ist drücken erlaubt, allerdings KEIN WRINGEN. Wer also nur auf das Garn drückt, verursacht keine Probleme, erst beim Wringen kann es zu einer Verfilzung kommen. Viele legen das Projekt auch zwischen ein Handtuch und drücken es dazwischen aus.

3. Spannen:

  • Stück zunächst ausbreiten. Grobe Maße abschätzen und Matten entsprechend puzzlen bzw. Stück auf Matratze passend ausbreiten.
  • An einer geraden Kante beginnen. Viele Tücher haben eine gerade obere Kante. Diese am besten auch gerade spannen, nicht im Bogen. Stecknadeln alle paar cm am Rand platzieren. In meinem Fall gab es Zunahmen mit Umschlägen, in diese habe ich die Nadeln platziert.
  • Form bestimmen. Die linke Kante hätte ich rein vom Geschmack her auch gerade spannen können. Das Muster wiederholt sich aber so regelmäßig, dass ich es als Zipfel definieren wollte. Bei Lacetüchern ist die Optik am Ende teilweise entscheidend von der Platzierung der Nadeln abhängig. Ich schaue dafür auf den Plattformen bzw. in den Anleitungen meist nach Bildern der Kante und spanne dann entsprechen der Fotos. Die rechte Kante ist hier eigentlich auch "gerade" angedacht, aber mir gefiel die wellige Optik besser. Den Abstand der Wellen habe ich hier frei nach Geschmack gewählt, da das Muster hier nix vorgibt.
  • Es heißt nicht umsonst Spannen. Das Stück soll unter Spannung gebracht werden. Das Garn wird nicht reißen, deshalb nicht zu pfleglich spannen. Die Fäden dürfen wirklich unter
    Spannung stehen wie eine Gitarrenseite. Deshalb empfehle ich auch die T-Pins, diese sind dicker und man traut ihnen mehr Spannung zu. Sie halten genauso gut wie Stecknadeln, verleiten aber trotzdem zu stärkerem Spannen.
  • Fehler und Knicke korrigieren: Wie auf dem gespannten Bild zu sehen, hat mein Tuch über dem M einen Knick. Das ist mir beim Sitzen auf dem Boden nicht aufgefallen. Ich habe dann zunächst das Foto gemacht, und im Anschluss den Knick noch ausgebessert, also diese Kante noch mal nachgespannt.

4. Fertigstellen:

  • Am besten je nach Witterung draußen oder über Nacht trocknen lassen. Es muss komplett trocken sein. Das dauert manchmal eben.
  • Im Anschluss die Nadeln entfernen und sicher aufbewahren und die Fäden vernähen.
  • Danach erst schöne Bilder des Teils machen und hier auf Facebook zeigen und zum Abschluss:
  • Tragen oder Verschenken!

Hast du mit diesem Tutorial ein Projekt zu deiner Zufriedenheit spannen können? Dann hinterlasse mir doch einen Kommentar mit deinen Erfahrungen!

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